Einstein-Gymnasium Rheda-Wiedenbrück

Das Pädagogische Ziel

Didaktisch methodischer Ansatz


Die Intentionen des Projektes "Unternehmen vor Ort / Technikorientierung in Schule und Wirtschaft" sind bereits genannt worden. Kernpunkt ist in Zeiten schwieriger Arbeitsmarktlagen, den Schülern der allgemeinbildenden Schulen nicht nur mit dem Abschluß der Sek II die Studierfähigkeit sondern ab dem Abschluß der Sek I auch eine Berufsausbildungsfähigkeit mit auf den Weg zu geben. Dringend notwendig ist die Auseinandersetzung der SchülerInnen mit der Berufs- und Arbeitswelt. Wie aber kann die Schule das leisten? Die schon seit langer Zeit durchgeführten Betriebsbesichtigungen sind dabei sicherlich nur ein Anfang. Die gegenseitige Öffnung von Schule und Unternehmen, begleitet vom Abbau gegenseitiger Vorurteile und für alle SchülerInnen ver pflichtende Betriebspraktika sind geeignete Ausgangspunkte für einen Dialog von Schulen und Unternehmen. Die Korrelation von richtliniengemäßen Unterrichtsinhalten mit relevanten Betriebsabläufen ist das zu lösende Problem. Wie kann dies gelingen? Der einfachste Weg wäre, Unterrichtsinhalte dahingehend zu überprüfen, ob sie in ortsnahen Unternehmen praktiziert und beobachtet werden können. Eine zielgerichtete Betriebserkundung zum Unterrichtsthema (z.B. Verarbeitung von Kunststoffen im Fach Chemie) wäre ein Ansatz, der für die verschiedensten Themenbereiche und Fächer praktikabel wäre. Eine Ausweitung kann die Kooperation erfahren, wenn eine ganze Unterrichtssequenz (z.B. Herstellung, Eigenschaft, Verarbeitung, wirtschafltiche Bedeutung, Umweltrelevanz von Kunststoffen) auch in der Praxis erlebt werden kann. Geht man vom Unternehmen aus, in dem sowohl technisch naturwissenschaftliche als auch gesellschaftswissenschaftliche Prozesse ablaufen, kann der Dialog zwischen Schule und Unternehmen zu einer Zusammenarbeit mit den verschiedensten Unterrichtsfächern führen. Hier sehen wir darüber hinaus die Möglichkeit, die betrieblichen Abläufe nicht nur in Unterrichtsfächern getrennt sondern interdisziplinär zu behandeln, wobei sich in unserem UVO-Projekt die Unterrichtsfächer Chemie, Physik, Technik, Informatik, Erdkunde, Politik, Sozialwissenschaften, Automatisation (Robotersteuerung) zu einem Ganzen zusammenfügen und als eigenständiges Unterrichtsfach im Differenzierungsbereich der Sek I (WPII) verschmelzen. Aus unserer Sicht eine Möglichkeit, die Schulentwicklung voranzutreiben.

Betriebsinhalte und Unterrichtsrelevanz führen zum U-Thema "Vom Auftrag bis zur Bezahlung"


Eine Betriebserkundung und die anschliessende Analyse führte zur Themenfindung in den verschiedenen Unternehmensbereichen:



Die graphische Darstellung der Betriebsabläufe macht schon Anknüpfungspunkte für die verschiedenen Fächer sichtbar:



Eine Aufschlüsselung der Betriebsabläufe ergab die Themenverteilung auf verschiedene Fächer:



Dies war der Ausgangspunkt dafür, daß am EINSTEIN-GYMNASIUM "UVO" als interdisziplinäres Projekt unter Beteiligung der Fächer Chemie, Physik, Technik, Informatik, Politik, Geographie, geplant wurde. Die beteiligten Fachlehrer erarbeiteten nach einer ersten Betriebserkundung und mehreren intensiven Arbeitssitzungen mit den Mitarbeitern der Fa. Reckendrees ein Konzept, wie "UVO" im Differenzierungsbereich der S I neben der 3. Fremdsprache und dem musischen Bereich, das herkömmliche Angebot in den Sozial- und Naturwissenschaften ersetzen kann, wobei die mit einbezogene Schulleitung die organisatorischen Hemmnisse für überwindbar hielt. Nach diesen Planungen kommen alle beteiligten SchülerInnen in den Genuss, alle Abläufe des Unternehmengeschehens

"Vom Auftrag bis zur Bezahlung"

aus verschiedenen (Fach) Perspektiven zu betrachten. Eine Betriebsbesichtigung des Glaslieferanten INTERPANE (Lauenförde) beendete die Planungsphase der Lehrer.

Betriebsbesichtigung - Betriebserkundung - die zwei Seiten einer Medaille


Betriebsbesichtigungen gehören erfahrungsgemäss zu den beliebten Abwechselungen im schulischen Alltag. Stellt sie doch aus der Sicht des Schülers die einzigartige Möglichkeit dar, dem Schulstress zu entfliehen, etwas anderes - hoffentlich interessantes - zu sehen und womöglich noch gut mit Essen und Trinken versorgt zu werden. Der Lehrer sieht die Chance, die "saure Gurken Zeit" kurzfristig zu nutzen und erwartet von der Firma einen Termin, den die Schulorganisation vorgibt, d.h. am besten vormittags und nicht länger als 13 °°Uhr.

Die Enttäuschung lässt nicht lange auf sich warten. Der Betrieb hat gerade zu diesem Zeitpunkt keinen Besichtigungstermin mehr frei bzw. wird man nach einem mehr oder weniger lustlosen Rundgang, bei dem vorne einer spricht, 90 % der Teilnehmer jedoch nichts mehr mitbekommen und auch nicht wollen, weil Besichtigung und Unterrichtsinhalt nichts miteinander zu tun haben, verabschiedet, ohne zum Essen und Trinken eingeladen worden zu sein.

Welch eine Enttäuschung auf beiden Seiten. Besser ist eine Betriebserkundung !

Die Vorbereitung


Wie sollte nun eine Betriebserkundung aussehen, die beiden Seiten - der Schule und dem Betrieb - Rechnung trägt? Grundvoraussetzung einer gezielten Vorbereitung auf eine Betriebserkundung ist es, die Intentionen sowohl des Betriebes als auch der Schule zu berücksichtigen.

Ein Unternehmen wird sich kaum einem Erkundungswunsch entziehen, sieht es doch hierin sowohl die Chance sich der Öffentlichkeit positiv darzustellen, also Imagepflege zu betreiben, z.B. durch die Vorstellung der neuesten Umwelttechnologie, der neuen Arbeitsplatzcomputer, der neuen Arbeitsplatzorganisation (Teamwork statt Fliessbandarbeit) als auch eine Möglichkeit, geeignete Mitarbeiter zu aquirieren. Diese Überlegungen führen bereits auf Seiten der Betriebe dazu, lieber Real- und Hauptschüler durch einen Betrieb zu führen als Gymnasiasten, kommen diese doch nur selten für eine Berufsausbildung in Frage.

Aus Sicht des Unternehmens sollte eine Betriebserkundung langfristig (ca. 3 Monate) terminiert werden, wobei es erschwerend wirkt, wenn dafür nur der Vormittag zur Verfügung stehen soll. Sinnvoll wäre eine thematische Zielvorgabe und die Erstellung eines Fragenkataloges, den die Gruppe vorher einreichen sollte. Dabei kann es durchaus zu unterschiedlichen Zielgruppen kommen, zumal die optimale Gruppenstärke bei 10 bis 12 Personen liegt. Grössere Gruppen sind auch aus sicherheitstechnischen Überlegungen nicht gutzuheissen. Manche Betriebe sind bereit, zwecks Vorbereitung einen Firmenvertreter in die Schule zu schicken, um abzuklären, welche Betriebsabläufe aus Sicht bestimmter Unterrichtsinhalte interessant sind. Welch eine Chance, hat man doch hier die Möglichkeit, den Schülern klarzumachen, daß Unterricht nicht Selbstzweck sondern Grundlage für das Verstehen von komplexen Zusammenhängen, auch technischer Produktionen, ist.

Fazit


Soll eine Betriebserkundung beiden Seiten, sowohl der Schule als auch dem Betrieb Vorteile verschaffen, dann ist im Vorfeld eine Abstimmung über Unterrichtsinhalt und Besichtigungsprogramm zwingend erforderlich. Sie hilft dem Lehrer die Schülermotivation zu steigern und dem Betrieb die Haltung der Bevölkerung weiter positiv zu beeinflussen. Verstärkt wird dieser positive Effekt durch eine (auch wenig aufwendige) Bewirtung, in deren Rahmen die Abschlussdiskussion stattfinden kann.

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