Trolle aus Pappmaché

Im 2. Halbjahr des Schuljahres 2010/2011 wurde die Jahrgangsstufe 5 mit Hilfe einer Geschichte in die Welt der Trolle entführt. Jede Schülerin, jeder Schüler hatte seine eigenen Vorstellungen von den phantastischen Wesen. Zusätzlich zu ihren kreativen Ideen wurden durch die Geschichte einige Randparameter des Aussehens gesteckt.
„[…] Abends, wenn es stockdunkel ist, wagen sie sich aus ihren Löchern, die kleinen, ein Fuß hohen Trolle mit den großen Köpfen. Mit ihren struppigen, langen Haaren und der Knollnase im Gesicht sehen sie ziemlich hässlich aus. […]“
Insgesamt gab es sechs Versionen der Geschichte „Fürwitz, der Troll“, die sich durch die Gefühlslage des Trolls unterschieden. In einem ersten Schritt erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler jeweils die passende Mimik und Gestik zur Stimmung von Fürwitz, unserem Troll. Anschließend entstanden aus Pappmaché fröhliche, entspannte, erstaunte, traurige, wütende und ängstliche Trolle.
Zusammenarbeit von Julia Fricke, Barbara Davis und Johanna Henke

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Fürwitz, der Troll

Kennt ihr Trolle?
Gesehen habt ihr bestimmt noch keine, aber das heißt ja nicht, dass es sie nicht gibt. Sie schlafen am Tag unter dem Waldboden. Abends, wenn es stockdunkel ist, wagen sie sich aus ihren Löchern, die kleinen, ein Fuß hohen Trolle mit den großen Köpfen. Mit ihren struppigen, langen Haaren und der Knollnase im Gesicht sehen sie ziemlich hässlich aus. Sie sind stolz auf ihre Hässlichkeit, denn Menschen und Tiere gruseln sich vor ihnen. Auf ihren kurzen Beinchen wackeln sie dann durch den Wald, essen Pilze, weichen dem Mondlicht aus, ziehen sich gegenseitig an den langen Haaren und kichern viel, aber so leise, dass wir es nicht hören können. Vor dem Morgengrauen verschwindet jeder wieder an seinen gewohnten Platz unter der Erde.
Einer von diesen Trollen, ein ganz besonderes vorwitziger, war einmal so weit von seinem Schlafplatz weggelaufen, dass er ihn vor Tagesanbruch nicht mehr erreichte. So musste er auf dem Ast bleiben, auf dem er gerade saß. Denn das ist Trollgesetz: Um auf keinen Fall von Menschen gesehen zu werden, darf sich der Troll, der seinen Platz nicht rechtzeitig erreicht, nicht mehr von der Stelle bewegen. Fürwitz, unser Troll, saß nun also auf dem untersten Ast einer alten Eiche inmitten einer Lichtung. Er sah zum ersten Mal in seinem Leben die Sonne aufgehen, und er blinzelte, weil ihn die ungewohnte Helligkeit arg blendete. Nie vorher hatte er Farben gesehen, nie ein Menschenkind, nie so viele Vögel zwitschern hören. Fröhlich saß er auf seinem Ast und beobachtete seine Umgebung bei Tageslicht. Das Herz hüpfte ihm vor Freude, als er über der Lichtung entdeckte, wie grazil und schön die Nebelelfen tanzten. Vor Freude hätte er fast laut gelacht. Im letzten Moment erinnerte er sich aber an das Trollgesetz und freute sich leise, damit ihn keiner bemerkte.

Veränderte Fassung nach Bartmann, Christine: Fürwitz, der Troll. In: Still, Waltraud: Das große Gutenachtbuch für kleine Träumer. Köln: Naumann & Göbel, 1991, S.119f







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