Studientag des Projekts „School meets Science“ an der Universität Bielefeld

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!“ sagt der Volksmund und spricht damit ein Phänomen an, das in der Terminologie der Psychologie „Prokrastination“ genannt wird. Über Ursachen und Auswirkungen der „Verschieberitis“ informierte Dipl. Psychologin Justine Patrzek die Schülerinnen und Schüler des „School meets Science“-Projekts, als sie ihren diesjährigen Studientag an der Universität Bielefeld verbrachten. Sie stellte dabei gegensätzliche fachwissenschaftliche Bewertungsweisen des Phänomens vor und gab den Schülern einen ersten Einblick in die empirischen Methoden psychologischer Forschung durch die Darstellung verschiedener Studien, in denen die Verbreitung des Phänomens unter Studierenden untersucht wurde.
So hätten standardisierte Interviews mit Studierenden ergeben, dass das Verfassen von Hausarbeiten besonders gerne aufgeschoben wird, noch lieber jedoch das Lernen für Prüfungen. Stattdessen hätten die Studierenden soziale Kontakte gepflegt, im Haushalt gearbeitet und – darin sah Frau Patrzek einen ersten Hinweis darauf, dass die weitverbreitete Erklärung des Aufschiebens durch Faulheit oder Trägheit zu kurz griffe – andere Aufgaben erledigt, die mit dem Studium zu tun haben.
Die Komplexität menschlicher Motivation verdeutlichte Frau Patrzek den Teilnehmern des „School meets Science“-Projekts, indem sie eine Vielzahl genannter Gründe für das aufschiebende Verhalten erörterte: Diese reichten von Erschöpfung und dem Hang zum Perfektionismus über fehlende Freude am Studiengang bis hin zu Angstgefühlen, Frustration oder dem Gefühl der Überforderung. Auch fehlendes Lernmanagement wurde als möglicher Grund für das Aufschieben genannt.
Im Anschluss an die lebhafte Diskussion dieses Phänomens informierte Frau Patrzek die Schülerinnen und Schüler noch über die Studienbedingungen für das Fach Psychologie an der Universität Bielefeld. Diese Informationen schlossen sich nahtlos an die Auskünfte zur allgemeinen Studienorgansiation und zu Bewerbungsfragen an, die die Teilnehmer des SmS-Projekts zuvor in der Studienberatung erhalten hatten.
Ergänzt durch den Besuch von verschiedenen Vorlesungen (u.a. der Bereiche Mathematik, Rechtswissenschaften, Linguistik und Philosophie) konnten die Schüler so einen lebhaften Vorgeschmack auf ihr zukünftiges Leben an einer Universität gewinnen.



Diplom-Psychologin Justine Patrzek im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern des „School meets Science“-Projekts im Hörsaal 1 der Universität Bielefeld

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