NSFNET - Ein Netz für alle Wissenschaftler

Im Laufe der 80er Jahre erschienen viele weitere Netzwerkprojekte auf der Bildfläche, darunter auch das EUNet (European Unix Netzwork). Eine herausragende Stellung übernahm jedoch das NFSNET. Bis zum Jahr 1988 sollte es das ARPANET als größtes Netz des Internet abgelöst haben. Doch der Reihe nach.

Die National Science Foundation (NSF) finanzierte seit den 60er Jahren Rechenzentren in ihren Forschungseinrichtungen. Ähnlich wie die ARPA kam man auf den Gedanken, die Rechner zu vernetzen. Inzwischen war es nämlich so, dass Universitäten mit ARPANET-Anschluss beliebter waren als solche ohne. 1979 startete die NSF daher ein Netz, das alle Informatikfakultäten miteinander verband. Das CSNET (Computer Sciences Research Network) benutzte das neue TCP/IP und war dadurch viel flexibeler als das ARPANET. Da zusehend mehr Wissenschaftler auch anderer Fakultäten Zugang zum Netz haben wollten wurde das Netz im Jahr 1984 in NSFNET umbenannt.

Bis zum Jahr 1983 wurde auch das ARPANET komplett auf TCP/IP umgestellt. Zudem wurde es in 2 Netze zerteilt. Die militärischen Rechner wurden im MILNET zusammengefasst während die zivilen Organisationen im ARPANET verblieben. Trotzdem war das Ende des ersten großen Netzwerks der Welt bereits besiegelt. Das NSFNET mit seinen 56 Kb/s Datendurchsatz und dem direkt in den Rechnern implementierten TCP/IP-Protokoll war viel schneller als das ARPANET mit seinen IMPs (25 mal so schnell). Was 20 Jahre zuvor die entscheidende Idee gewesen war, um ein heterogenes Netz zu erstellen, war nun nicht mehr notwendig und zu unflexibel. 1990 war es dann endgültig soweit. Das ARPANET wurde nach 20 Jahren kontinuierlichem Betrieb abgeschaltet.

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