Einstein-Gymnasium Rheda-Wiedenbrück

Wiedersehen der Israel AG am 27.12. 2006

Viele ehemalige Einsteiner haben Erinnerungen an das Land dessen Erkundung für sie die "außergewöhnlichste Reise ihres Lebens war", wie viele sagen. Darüber tauschten sich rund 70 jetzige und ehemalige Aktive der Israel-Ag des Einstein-Gymnasiums in den Ferien aus. Eingeladen dazu hatten Schüler und Elisabeth Meier, Leiterin der Israel-Ag, die 1988 von Jutta Seifert gegründet worden war. "Es ist spannend zu hören, wie die Arbeit in der Ag und die Reisen nach Israel das Leben der jungen Leute geprägt hat", sagte Meier.

Silke Lohmann beispielsweise war eine der ersten, die Ende der 80er Jahre mit der Ag nach Israel reiste. Fasziniert und ergriffen von dem Land, erkundete sie es später wiederholt auf eigene Faust - und traf dabei die Liebe ihres Lebens. Heute ist die Rheda- Wiedenbrückerin mit einem Israeli palästinensischer Herkunft verheiratet und hat zwei Kinder, wie sie in der Vorstellungsrunde mitteilte.

Von privaten Reisen berichteten auch andere. Oder davon, dass sie noch immer Kontakt zu ehemaligen Schülern der Rubin-Academy in Jerusalem haben, die sie damals besuchten. Viele sagten auch, wie wichtig es ihnen sei, die politischen Vorgänge in Israel zu verfolgen und darüber zu reden. Andere betonten, sich immer wieder mit der Vergangenheit auseinander zu setzen: mit den Gräueltaten der Nationalsozialisten.

Alternativer Text


Darum auch engagieren sich einige Ehemalige der Israel-Ag im Gedenken an die Opfer des NS- Regimes, indem sie beispielsweise Führungen durch das ehemalige Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück machen. Jetzige Mitglieder der Israel-Ag berichteten von ihrer Reise nach Auschwitz in den Sommerferien. An der hatte auch Hugo Heinemann, Überlebender des Holocaust, teilgenommen. Er war den Jugendlichen ein wichtiger Zeuge dieses dunklen Kapitels deutscher Geschichte.
Christian Eusterhus ist Fotograf geworden. Er ist Mitherausgeber des Bandes "Jüdisches - fotografische Betrachtungen der Gegenwart in Deutschland". Seine Schwester Eva, früher ebenfalls in der Israel-Ag aktiv, absolvierte als Studentin ihr journalistisches Praktikum bei der Zeitung Ha' Aretz in TelAviv.

Doch es ging bei dem Treffen nicht ausschließlich um Politik. Die jungen Menschen tauschten bei dem Treffen auch fröhliche Anekdoten aus. Oder unterhielten sich über Erlebnisse einer Wanderung in der Wüste - angefangen von dem unendlichen Sternenhimmel in der klaren Nacht bis hin zum großen Durst in der Hitze des Tages.

Dass so viele zu dem Wiedersehen gekommen waren, erklärt Elisabeth Meier damit, dass sowohl die Reisen als auch die Arbeit in der Ag die Jugendlichen zusammengeschweißt habe -eine Erfahrung, die auch die Lehrer Jutta Seifert, Jutta Kunze und Burkhard Speckmann der Israel-Ag machten. "Dort ist eine Atmosphäre aus Vertrauen und gemein-samer Verantwortung gewachsen", so Meier. Darum sei es nichtverwunderlich, wenn Ehemalige dieser Gruppe noch immer von ihren Erfahrungen in Israel berichten würden. Wie das beispielsweise Katharina Bröckelmann tut, die heute in San Francisco lebt. Wann immer sie ihren jüdischen Freunden dort von der Schulfahrt berichte, seien die be- geistert. Und es sei auch nicht erstaunlich, dass sich Ehemalige der Israel-Ag noch immer auf Spurensuche begeben, wenn sie eine fremde Stadt kennen lernen. Viele würden schnell fragen: Wo ist hier jüdisches Leben oder wo war es?

Zum Ausklang des Treffens begaben sich dann auch viele Ehemalige und heutige Mitglieder der Israel-Ag auf den jüdischen Friedhof. Dort verweilten sie schweigend an der Gedenkstele. Die trägt die Namen von jüdischen Mitbürgern aus Rheda- Wiedenbrück und Herzebrock, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.

Text und Bilder POKORRA- BROCKSCHMIDT Neue Westfälische


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