Vom ALOHANET zum Ethernet

Auch neben dem ARPANET gab es andere Netzwerke, die auf anderen Techniken beruhten. Viele Netzwerke wurden von Herstellern von Computern entwickelt. Das Problem dabei war aber, dass sie nur auf einem Rechnersystem verfügbar waren. Aus Sicht der Computerhersteller vielleicht verständlich, aber auch gleichzeitig der Grund für ihr Scheitern. Aus einem anderen Netzwerk, dass nur aus einer Notsituation entstand ist eine Technik entstanden, die heute den Standard für lokale Netzwerke (LANs) darstellt.

Keine Verbindung nach Hawaii: ALOHANET

Auf der Insel Hawaii war es nicht möglich, einen vernünftigen Zugang zum ARPANET er erhalten. Der Grund lag einfach in den schlechten Telefonleitungen zwischen Hawaii und dem Festland. 1970 wurden die hawaiianischen Forschungseinrichtungen über das unter Leitung von Norm Abramson entwickelte ALOHANET, das auch von der ARPA finanziert wurde, miteinander verbunden. Wie das ARPANET verwendete das ALOHANET die Paketvermittlungstechnologie. Das ALOHANET war jedoch in vielfacher Hinsicht anders als das ARPANET. Zum einen war es zentralistisch. Es verband Teminals an 5 Einrichtungen mit einem Rechenzentrum in Honululu. Der zweite, vielleicht offensichtlichste Unterschied war, dass es keine Kabel gab. Hawaii war klein genug, um mit Funk komplett abgedeckt zu werden. Jedoch konnte nicht für jede einzelnen Einrichtung ein Funkkanal reserviert werden. Man musste sich etwas anders ausdenken:

Ein Kanal war der Kanal vom Rechenzentrum zu den einzelnen Standorten. Auf einem anderen Kanal wurde von den Standorten zum Rechenzentrum gesendet. Dabei konnte es natürlich passieren, dass 2 Terminals gleichzeitig ihre Daten übertrugen. Wenn das passierte, blieb die Bestätigung seitens des Rechenzentrums aus. Beide sendewilligen Terminals warteten nun eine zufällige Zeit und sendeten dann erneut. Das ist das Prinzip, das auch Menschen anwenden, wenn sie sich unterhalten. Sollte es einmal passieren, dass zwei Leute gleichzeitig zu sprechen beginnen, hören sofort beide zu sprechen auf, warten eine gewisse Weile und beginnen dann erneut zu sprechen. Wenn es ungünstig läuft, fangen wieder beide zur gleichen Zeit an, zu sprechen. Dann beginnt diese Prozedur von neuem. Im Normalfall jedoch kommt einer der beiden zu Zuge.

Alto Aloha Network - Ethernet

EthernetRobert Metcalfe arbeitete seinerzeit an der Entwicklung des ALOHANETS auf Hawaii mit. Mit seinen Eindrücken entwickelte er am Palo Alto Research Center von Xerox eine paketbasierte Netzwerktechnologie. Da er sie ursprünglich für Alto-Computer entwickelte und sie auf dem ALOHANET basierten, nannte er das Netz zunächst "Alto Aloha Network". Anders als beim ALOHANET war sein Netzwerk nicht zentralistisch aufgebaut. Dadurch erübrigten sich auch die zwei Kanäle. Das war natürlich nicht ganz unproblematisch. Während beim ALOHANET auf dem Rückkanal nur wenig Netzwerkverkehr aufkam, der Großteil der Daten wurde ja vom Rechenzentrum zu den Terminals übertragen, wäre bei einem nicht zentralistischen Netzwerk, das auf dieser einfachen Technik aufbaut, schnell ein Zusammenbrechen der Netzwerkkommunikation vorprogrammiert. Wenn viele Rechner gleichzeitig ans Netz angeschlossen wäre, kämen nahezu keine Daten mehr durch. Die Abhilfe war ganz einfach:

Jeder Rechner beginnt erst dann zu senden, wenn das Netzwerk "leer" ist, wenn also kein Rechner gerade ein Paket überträgt. Die von Metcalfe entwickleten Ethernetkarten verwendeten Kabel als Übertragungsmedium. Die Technik ist jedoch vom Übertragnungsmedium und von der technisch möglichen Übertragungsgeschwindigkeit unabhängig. Heute setzen Funknetzwerkkarten, Netzwerkkarten mit Kupferkabeln und Netzwerkkabeln mit Klasfaserkabeln die Ethernet-Technologie ein.

© 1998-2012 Einstein-Gymnasium Rheda-Wiedenbrück - Impressum