Interview mit Dirk Fleischmann

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Im Kunstunterricht der Stufe 13 führten wir bei Tobias Link-Killguss ein Interview mit Dirk Fleischmann, einem bekannten Künstler aus Deutschland. Durch unser Thema, das sich mit Fotographie beschäftigt, wurden wir auf sein aktuelles Projekt aufmerksam und befragten ihn hierzu. Standort seiner Arbeit sind derzeit die Philippinen. Dort pflanzt er auf einer Plantage Bäume, „aus einem grundsätzlichen Interesse an Ökologie“, wie er sagt. An Projekten zeigte Dirk Fleischmann schon als Student großes Interesse, da ihm das Malen von Bildern irgendwann nicht mehr ausreichte. Seine Ideen waren allerdings mit einem Problem behaftet. Er hatte nur wenig Geld zur Verfügung, doch durch seinen Ideenreichtum wusste er sich zu helfen. Am Anfang begann er damit Süßigkeiten in seinem Atelier zu verkaufen. Schließlich arbeitete er als Anhängervermieter, verkaufte Hühnereier, produzierte Hemden und sogar Solarstrom.
Sein Projekt beinhaltet vom Thema her unter Anderem den Kohlenstoffdioxid-Handel. Früher war die Luftverschmutzung kostenfrei. Seit dem Kyoto-Protokoll (1997) muss man einen so genannten „Carbon Credit“ zahlen pro Tonne CO², die aus der Luft entfernt wird.
Dirk Fleischmann interessiert sich für diese schwer erfassbare „Ware“ und die Probleme, die so ein Handel nach sich zieht. Im Folgenden fragte er sich wie er den CO²- Emissionen entgegenwirken kann und wie sinnvoll das Ganze eigentlich ist. Dies war der Beginn seines Projektes auf den Philippinen.
Die Antwort auf den Sinn hinter diesem Projekt war schnell gefunden, da in der Welt viele Waldbestände zurückgegangen sind und beispielsweise auf den Philippinen fast 90% des Urwaldes bereits komplett abgeholzt sind und heute zum Großteil aus Graslandschaft bestehen. Das Projekt ist ein guter Anfang, um die Waldbestände wieder aufleben zu lassen und etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Vor zwei Jahren startete er auf den Philippinen und begann die Waldlandschaft wieder aufzuforsten. Seine Plantage liegt in einem bergigen Gebiet und hat die Größe von etwa zwei Fußballfeldern. Insgesamt kostete ihn das Projekt bisher geschätzte 6.000 €.

Dieses Projekt lässt er zu Kunst werden. Dirk Fleischmann versuchte, wie er sagt „die Natur durch irgendeine Art von Kunst abzubilden“. Jeder einzelne Baum wird von ihm abfotografiert um sein Wachstum nachzuvollziehen. Alle Bilder werden in einer Galerie im Internet ausgestellt.

Jeder Baum wird auf einer eigenen CD festgehalten und anschließend fotografiert Dirk Fleischmann die CDs mit einer Makrolinse. Am Ende erhält er somit abstrahierte Farbverläufe, die im weitesten Sinne die Bäume widerspiegeln.
Bisher gibt es schon 1.838 solcher Bilder, die im Internet erhältlich sind. Allerdings wurde erst eines verkauft, da zu wenige von diesem Projekt wissen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken stellte er seine bisherigen Bilder vor einiger Zeit im Bielefelder Kunstverein aus.


Am Schluss des Interviews fragten wir den Künstler was den Unterschied zum deutschen Künstler Joseph Beuys (1921-1986), der schon damals eine ähnliche Idee hatte, indem er die Stadt Kassel mit 7.000 Eichen bepflanzte, ausmacht. Der Künstler antwortete: “Dass dieses Projekt nicht selbst bezahlt wurde, sondern von der Stadt Kassel“, anders als sein Projekt, welches nur durch den Verkauf seiner Bilder finanziert werden soll. „Außerdem hat Joseph Beuys im Gegensatz zu mir eher eine soziale Skulptur geschaffen, indem er das Stadtbild von Kassel verändert hat. Ich dagegen beabsichtige durch mein Projekt auf die Natur aufmerksam zu machen und durch Bilder die schwer zu fassende Natur abzubilden.“

Wer sich noch näher mit dem Künstler und seinen innovativen Ideen befassen will kann dies ganz einfach im Internet unter:
www.dirkfleischmann.net
www.myforestfarm.com
www.myfashionindustries.com

Dagmar Kißenbeck, Linda Niermann (JGS 13)



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