Besuch der Synagoge „Beit Tikwa“ in Bielefeld
Am 13. 11. 2008 besuchten 42 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Einstein-Gymnasiums Rheda-Wiedenbrück gemeinsam mit Thorsten Mönning und Susanne Puissant die neue Synagoge „Beit Tikwa“ in Bielefeld, die erst vor wenigen Wochen im September eingeweiht worden war. Für die meisten Schüler war dieser Besuch der erste Kontakt mit einer ansonsten fremden Religion und Kultur, die sie auf vielerlei Weise beeindruckte.
So wurden bereits am Eingang alle Taschen nach Sprengstoff und gefährlichen Gegenständen durchsucht, bevor die Schülerinnen und Schüler den Vorplatz der Synagoge betreten durften, wo für alle männlichen Besichtigungsteilnehmer Kipot (jüd. Kopfbedeckung) ausgeteilt wurden.
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In der Synagoge selbst wartete bereits der Kantor der jüdischen Gemeinde, Yuval Adam, der in einem Vortrag viel über das Gebäude selbst, aber auch über jüdische Geschichte und Bräuche erzählte. Nach diesen Informationen konnten Fragen gestellt und das Gebäude besichtigt werden. Dort war zeitgleich eine Ausstellung zu Juden und Christen in Westfalen aufgebaut, die anschaulich vom schwierigen Verhältnis, aber auch dem Bemühen um eine gemeinsame Zukunft der beiden Religionen Zeugnis gab.
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In ihren Erfahrungsberichten äußerten sich alle Schülerinnen und Schüler positiv zu diesem Besuch:
„Unter einer Synagoge habe ich mir immer ein altes Gebäude mit einer veralteten Einrichtung vorgestellt. Deshalb war ich sehr überrascht, als wir an der Synagoge ankamen. Durch den weißen Putz wirkte sie sehr hell und freundlich.“
„Schon von weitem sah man den Turm der neuen Synagoge. Er sah aus wie eine Steintafel.“
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„Ich hätte nicht gedacht, dass die Sicherheitsmassnahmen so streng sind, da jeder seine Tasche vorzeigen musste und sie nicht mit in die Synagoge nehmen durfte. Wenn man an die Vergangenheit denkt, ist das zwar verständlich, aber ich hätte nicht erwartet, dass sie so vorsichtig sind.“
„Sie ist ein heller Raum, der nicht nur für Andachten dient, sondern auch zum Zusammenkommen der Gemeinde um gemeinsam zu lernen oder zu Feiern, denn Synagoge heißt auf Deutsch übersetzt: Haus des Zusammenkommens.“
„Man konnte gar nicht mehr sehen, dass die Synagoge vorher eine evangelische Kirche war.“
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„Interessant fand ich die Schriftzeichen an den Wänden und in der Tora, und dass es für jeden kleinen Jungen eine Ehre ist, wenn er ein Stückchen aus der Tora vorlesen darf. Es gibt keine Vokale in der Schrift, sodass man sie sozusagen erraten muss, was es schwierig macht, sie zu lesen.“

„Was ich vorher nicht wusste war, dass es in der Synagoge nicht nur Gottesdienste gibt, sondern dass dort auch Feste gefeiert werden (bei einem Fest z.B. muss man so lange Alkohol trinken, bis man die Namen von Gut und Böse nicht mehr unterscheiden kann).“
„Um in der Synagoge einen Gottesdienst feiern zu können, müssen mindestens 10 Mitglieder anwesend sein und am Sabbat kann ein solcher Gottesdienst 2 ½ Stunden dauern.“
„Besonders gut fand ich, dass sich die Gemeinde dazu entschlossen hat, die unvollständige Torarolle, die man im Gottesdienst nicht mehr benutzen darf, zu behalten um diese dann Gruppen wie unserer zeigen zu können. Denn die Torarollen, die im Toraschrein aufbewahrt werden, dürfen nur raus genommen werden, wenn mindestens 10 Juden anwesend sind. Für Nicht-Juden heißt das, dass man in seinem Leben ganz selten eine Torarolle sehen wird.“
„Der Kantor der Gemeinde zeigte uns einen Teil einer Torarolle, die wie alle Torarollen von Hand geschrieben war. Sah aber aus wie gedruckt.“
„Was ich auch nicht wusste war, dass eine Torarolle, wenn sie nicht mehr gebraucht wird oder sehr kaputt ist, beerdigt wird. Das machen wir mit unseren Bibeln ja nicht.“
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Angesichts der jüngeren deutschen Geschichte lautete schließlich das allgemeine Votum:
„Der Besuch der Synagoge hat sich auf jeden Fall gelohnt.“
„Wir haben vieles über die andere Religion erfahren, was man nicht wusste und anders erwartet hätte.“
„Ich würde einen Besuch dieser Synagoge auf jeden Fall weiterempfehlen.“
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Quelle für Anreisserfoto: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Synagoge_Bielefeld.JPG&filetimestamp=20081009084852
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