Ein Netzwerk für die ARPA
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| Bob Taylor | Bob Taylor |
Ein Nachfolger von Carl R. Licklider als Chef der IPTO war Bob Taylor. Timesharing-Maschinen hatten in der Wissenschaft mittlerweile ihren Platz. Wenn sich Taylor nun an seinen Schreibtisch setzte, hatte er drei Terminals vor sich. 3 Terminals für 3 Rechner. Es gab keine Möglichkeit, Informationen zwischen den Rechnern auszutauschen und es gab keine Möglichkeit, mit einem Terminal alle drei Rechner zu steuern.
Als Chef der IPTO liefen bei Taylor auch alle Anträge der Vertragspartner auf neue Computer ein. Zunehmend mehr Organisationen stellten Anträge nach leistungsfähigen Rechnern (u.a. von IBM, DEC, SDS und Univac), die zwar benötigt, jedoch allesamt kaum ausgelastet waren. Zudem gab es teuere Einzelstücke wie der Superrechner ILLIACin Illinois, der jedoch nur lokal benutzt werden konnte. Der Beschluss stand fest, ein Netz, das all diese Organisationen verband musste her.
Das war natürlich erheblich leichter gesagt als getan. Man denke nur mal an die drei Terminals auf Taylors Schreibtisch. Die Rechner waren zueinander nicht kompatibel. Es gab zwar eine Vielzahl von verschiedenen Rechnern, jedoch war kaum einer kompatibel zum anderen. Nicht einmal verschiedene Rechner eines Herstellers waren nicht unbedingt kompatibel zueinander. Nicht nur, das Programme des einen Rechners nicht auf dem anderen laufen - auch simple Texte und Zahlen konnten nicht ausgetauscht werden, da alle Rechner die Buchstaben anders codierten und andere Wortlängen verwendete (Das heißt, ein Rechner arbeitete zum Beispiel mit 7 Bit, ein anderer mit 10). Der ASCII-Code (American Standard Code for Information Interchange) wurde erst im Jahre 1968 verabschiedet. Dennoch sollte das Netzwerk eingerichtet werden. Larry Roberts wurde mit der Leitung des Projektes betraut. Seiner Meinung nach sollte das Netz auf lange sicht auf 4 bis 12 Knoten bemessen sein.
Interface Message Processors (IMP)

Kleinrock mit IMPs Leonard Kleinrock
- vor dem ersten IMP
Die Lösung dieses Problem, war die Einrichtung eines Subnetzes. Das bedeutet, dass die einzelnen Computer nicht direkt vernetzt werden. Vielmehr werden "kleine" Computer (Honeywell DDP-516mit 32kB Hauptspeicher, ein damals üblicher Magnetkernspeicher), die so genannten IMPsmiteinander vernetzt. Sie regelten den Pakettransport und standen in Kontakt mit den anderen IMPs. Jetzt muss nicht mehr jedem Computer die Kommunikation mit allen anderen beigebracht werden. Stattdessen müssen die einzelnen Rechner nur die Kommunikation mit den IMPs beherrschen. Um den Rest kümmern sich die kleinen Rechner. Damit sind die eigentlichen Rechner (Hosts) von dieser Aufgabe befreit und verschwenden keine kostbare Rechenzeit damit. Außerdem musste so ein Großteil der Kommunikationsprotokolle nicht für jeden Rechner einzeln entwickelt werden. Lediglich die Kommunikation Host zu IMP musste jeweils individuell Entworfen werden.
Der Startschuss fiel im September 1969. Dieses Datum sehen viele als das Geburtsdatum des Internets an. Netz ist aber eigentlich etwas zu viel gesagt. An der UCLA (University of California - Los Angeles) wurde ein Rechner mit einem IMP, Entwickelt von der Firma BBN, verbunden. Das ganze Netz bestand also aus einem einzigen Rechner.
Ein Knoten

Das ARPANET mit 1 Netzwerkknoten
Die zweite Einrichtung die an der "Netz" angeschlossen wurde, war das SRI (Standford Research Institute) in Menlo Park. Jetzt war das erste mal eine echte Netzwerkkommunikation möglich. Allerdings fehlten noch die nötigen Netzwerkprotokolle für die Host zu Host-Verbindung. Man entwickelte zunächst eine einfache Terminalemulation (Telnet) um das Netzwerk zu testen. Doch natürlich war es nicht Sinn des Netzes, einen teueren Computer zum Terminal für einen weit entfernten Rechner zu benutzen. Das hätte man auf anderem Wege einfacher haben können.
Bis zum Dezember wurden 4 Rechner an das Netzwerk angeschlossen. Was nun noch fehlte, war das Protokoll für die Datenübertragung. 1970 wurde es vorgestellt. Zum Network Control Protocol (NCP), dass die Kommunikation regelte wurden zahlreiche Dienstprotokolle hinzugefügt. Das erste diente dazu, einen anderen Rechner fernzusteuern. Man nannte es "Telecommunication Network" (telnet) und so heißt es heute noch (Das war das, was auch vorher schon möglich war). Nur wenig später, im Jahr 1972, folgte ein Protokoll, um Dateien über das Netzwerk zu übertragen. Auch dieses Protokoll gibt es heute noch. Es heißt "File Transfer Protocol" (FTP). Was es noch nicht gab, war das Verschicken von Nachrichten über das Netz. Elektronische Post wurde von den Verantwortlichen als überflüssig und unerwünscht angesehen. Das sollte sich aber bald ändern.
Im Jahr 1971 waren 15 IMPs miteinander verbunden. Theoretisch hätten so 60 Hosts am Netz hängen können, da maximal 4 Rechner an einen IMP angeschlossen werden konnten. Die Zahl der Benutzer des Netzes sollte aber schnell stark ansteigen. Ab 1971 wurden nämlich der TIP, der Terminal Interface Message Processor eingesetzt, um einfache Terminals ohne eigene Rechenleistung ans Netz anzuschließen. Bis zu 100 Terminals konnten an einen TIP angeschlossen werden. Dadurch war es nun auch für Organisationen ohne eigenen Computer möglich, Rechenleistung an anderen stellen zu benutzen.
- ) Leonard Kleinrock war ein guter Kumpel von Larry Roberts. Außerdem war er Leiter des Network Measurement Centers an der Universität von Los Angeles. Das Network Measurement Center sollte das Netzwerk testen und analysieren und damit die Leistung verbessern.

Das ARPANET Ende 1969 - 4 Knoten

Das ARPANET 1971
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